04.-06.09.Sadhu Baba Omdas
Es ist Mittagszeit, auf der suche nach einem Frühstücks-Thali, fällt uns ein kleines Restaurant auf. Im kleinen Innenhof scheint die Sonne hinein und ein paar Inder sitzen bei Chai und Shillum im Kreis. Das Thali bestehend aus zwei verschiedenen Dhal und einem Masalla, yoghurt, Gemüse, Reis und frisch gebackenem Roti. Es wird meist auf einem Blechtablett serviert, wobei jede Zutat ihre eigene Einfassung hat. Als wir weiter ziehen wollen, fragen die Inder uns, ob wir uns zu Ihnen gesellen möchten. Natürlich machen wir das. Wir trinken Tee zusammen und unterhalten uns über Ihre Zeit hier, als Sadhu Baba Omdas (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Sadhu) zur Runde stößt. Er trägt ein schwarzes Tuch um die Hüfte und eine Decke gelegt wie eine Schärpe über der Schulter. Er ist jung und so richtig zuordnen kann man ihn ohne Vorwissen nicht. Nach zehn Minuten spricht er uns mit einem sauberen englisch an, für Indien nicht weiter ungewöhnlich, aber in der Situation unerwartet. Es wird sich noch eine ganze Weile unterhalten, bevor er uns fragt ob wir nicht einen kleinen track zu seiner Behausung unternehmen möchten.. Wir kaufen noch Gemüse und Milch ein und treffen ihn wenig später wieder im Dorf. Der Track führt weit aus dem Dorf heraus, wir durchqueren ein Thal, folgen einem Fluss und klettern wieder ein wenig hinauf. Baba wohnt in einer Höhle, mit einer einmaligen Aussicht. Er besitzt einen 2 Monate alten Hundewelpen, den jemand zurück gelassen hat. Nachdem wir Feuer gemacht haben gibt es chai und es wird gekocht. Er erzählt uns über sein Leben als Heiliger Sadhu. Wir erfahren, dass er das jüngste Kind der Familie ist und seine Geschwister alle den Weg Babylons (westliches Gesellschaftsystem) gewählt haben. Aus diesem Grund beschreitet er diesen, von allen materiellen befreiten, spirituellen und natürlichen Weg. Ihr Glaube beinhaltet das Bewusstsein des Karmas und Om. Meditation, Riten und yoga bringt die Babas in mehreren Stufen zum Nirvana. Wahrscheinlich kann man es auch besser erklären, aber ich kann mich auch nicht um alles kümmern.
Es ist bereits dunkel. Wir verabschieden uns und suchen den Weg zurück in die Stadt.
Am nächsten Morgen mach ich mich mit Toby auf den Weg einen Tagestrack zu suchen. Telf ist krank und bleibt zu Hause. Da uns Baba eingeladen hat gerne wieder zu kommen und wir den Weg kennen, ist er unser erstes Ziel. Wir erzählen ihm, dass wir ein wenig wandern wollen und lassen uns Tips geben, da er hier seit 13 Jahren die Sommer über meditiert, wandert und lebt, kennt er die Gegend ausgiebig. Er schlägt uns einen Track zu seinem Garten vor, ca 2 Stunden von hier. Die Entscheidung ist schnell gefallen, ein wenig später sind wir bereits auf den Weg, durch Nadeldickicht, Fuß-Breite Pfade am Abhang, über Hügelkuppen und Tiefe Täler. Trinkwasser kommt überall aus den Bächen geflossen. Der Duft eines frischen Feldes liegt in der Luft, es ist nicht mehr weit. Am Ziel angekommen helfen wir ihm bei der Arbeit, bestaunen die vielen Pflanzen, den guten Wuchs und lassen uns die richtige Erntetechnik beibringen. Wieder ein Tag an dem wir das lächeln nicht verloren haben. Es wird langsam schummrig als wir die Ergebnisse des Tages schlussendlich auf der Hand liegen sehen. Der Rückweg ist mit vielen guten Eindrücken schnell geschafft und auch die Ernte erreicht das Haus sicher zur Verkostung.
Saturday, October 13, 2012
Saturday, October 6, 2012
Hellriders
02.10.-03.10.2012
Traumhafter Sonnenschein weckt mich, diese Szenerie erinnert eher an die Snowboardurlaube mit den Dudes, als an einen Ort in Indien. Ich setze mich wie eine sich aufwärmende Eidechse auf die Couch des Balkons, genieße die Ruhe, nach der Hektik in Delhi. Gegen neun werden auch Toby und Telf wach, dass ist gut, denn wir werden heute die angesprochenden Motorräder mieten, um entspannt durch die gegend zu ziehen. Wir entscheiden uns gegen die schwerfälligen Royal Enfields, die hier in indien seit fünfzig Jahren nahezu unverändert gebaut werden und Kultstatus besitzen, welch Schande. Unsere Wahl fällt hingegen fällt auf Elektrik befreite und abgeranzte Hondas bzw. eine Yamaha. Der Start läuft gut mit der brachialen 180ger, wenn man bedenkt, dass es die hochmotorisierteste Maschine ist die ich jeh gefahren bin. Auch Toby der nicht einmal im Besitz eines Führerscheins ist und Telf der noch nie Schaltung ne Schaltung gesehen hat, meistern die Angelegenheit wie echte Männer. Zum Mittachessen kehren wir ein wie bei Mutti, es wird gerade geschnippelt, gutes Timing. Zu dieser Zeit stand auch schon fest, dass wir die Bikes nicht nur heute haben werden. Wir cruisen durch die Landschaft, durchqueren etliche Dörfer und stoppen an Postkartenmotiven. Wir weichen Kühen, Ziegenherden und Kamikaze-Busfahrern aus und würgen hier und da mal die Karre ab. Für solche Tage würde ich jetzt schon die Kündigung für meinen nächsten Arbeitsvertrag vorschreiben.
Der nächste Morgen startet früh, wir wollen Richtung Leh, den Rohtang-La-Pass überqueren. Mit Croissants, Käse, Tomaten, Gurken und Brot im Gepäck suchen wir uns für ein Frühstück einen idyllischen Spot am Fluss. Ich werfe die Karre beim abstellen mal wieder um, Das Gute ist, es fällt gar nicht auf. Wir setzen uns auf einen großen Felsen in die Sonne und genießen Flusslandschaft, Berge und das Picknick. Doch lange hält uns nichts vom Sattel, denn wir sind Hellrider. Die Tour ist unglaublich, wir passieren Serpentinen, mit Licht durchflutete Wälder, schlammige Offraod-Pisten und Pfade die gerade so breit sind wie ein Jeep. Definitiv einer der unglaublichsten Tage dieser Reise.
Es wurde dann langsam aber sicher kalt, denn wir sind ca. 3 Stunden ausschließlich Berg auf gefahren. Selbst die letzten Paragliding Spots lagen lange Zeit hinter uns. Wir kommen zu einem Abschnitt auf dem gerade eine Strasse entstehen soll, Dutzende Inder zerhauen mit bloßen Händen Steine, bei eisigen Temperaturen. Unser Winter-Equipment lässt natürlich auch zu wünschen übrig. Meine warmen Sachen für den kajak-trip sind eh schon eine Weile daheim. Wir drehen irgendwo bei 5000m um, da wir kurz vor der Wolkengrenze sind und im Schatten ein eisiger Wind durch unsere Hemden zieht. Even a Hellrider knows, when it's time to turn around.
Ab hier geht's nur noch down the Hill, wir fühlen uns sicher am zweiten Tag. Toby und Telf fahren leicht versetzt voneinander voraus, ich sehe sie in der Kurve der nächsten Serpentine. Telf zieht innen vorbei, in dem Moment rutscht Toby's Vorderrad weg. Er kommt kurz vor dem Abhang zum stehen. Wir ziehen das Motorrad, dass bereits zur Hälfte über der Klippe hängt auf die Piste. Benzin läuft ein wenig aus und die Lampe die eh nicht funktionierte ist etwas sehr lediert. Auch dem Hellrider gehts gut, eine kleine Blessur an der Hand und der Shock im Kopf waren zu erwarten. Wir erreichen Manali mit verschlammten Bikes und Balls of Steel.
Traumhafter Sonnenschein weckt mich, diese Szenerie erinnert eher an die Snowboardurlaube mit den Dudes, als an einen Ort in Indien. Ich setze mich wie eine sich aufwärmende Eidechse auf die Couch des Balkons, genieße die Ruhe, nach der Hektik in Delhi. Gegen neun werden auch Toby und Telf wach, dass ist gut, denn wir werden heute die angesprochenden Motorräder mieten, um entspannt durch die gegend zu ziehen. Wir entscheiden uns gegen die schwerfälligen Royal Enfields, die hier in indien seit fünfzig Jahren nahezu unverändert gebaut werden und Kultstatus besitzen, welch Schande. Unsere Wahl fällt hingegen fällt auf Elektrik befreite und abgeranzte Hondas bzw. eine Yamaha. Der Start läuft gut mit der brachialen 180ger, wenn man bedenkt, dass es die hochmotorisierteste Maschine ist die ich jeh gefahren bin. Auch Toby der nicht einmal im Besitz eines Führerscheins ist und Telf der noch nie Schaltung ne Schaltung gesehen hat, meistern die Angelegenheit wie echte Männer. Zum Mittachessen kehren wir ein wie bei Mutti, es wird gerade geschnippelt, gutes Timing. Zu dieser Zeit stand auch schon fest, dass wir die Bikes nicht nur heute haben werden. Wir cruisen durch die Landschaft, durchqueren etliche Dörfer und stoppen an Postkartenmotiven. Wir weichen Kühen, Ziegenherden und Kamikaze-Busfahrern aus und würgen hier und da mal die Karre ab. Für solche Tage würde ich jetzt schon die Kündigung für meinen nächsten Arbeitsvertrag vorschreiben.
Der nächste Morgen startet früh, wir wollen Richtung Leh, den Rohtang-La-Pass überqueren. Mit Croissants, Käse, Tomaten, Gurken und Brot im Gepäck suchen wir uns für ein Frühstück einen idyllischen Spot am Fluss. Ich werfe die Karre beim abstellen mal wieder um, Das Gute ist, es fällt gar nicht auf. Wir setzen uns auf einen großen Felsen in die Sonne und genießen Flusslandschaft, Berge und das Picknick. Doch lange hält uns nichts vom Sattel, denn wir sind Hellrider. Die Tour ist unglaublich, wir passieren Serpentinen, mit Licht durchflutete Wälder, schlammige Offraod-Pisten und Pfade die gerade so breit sind wie ein Jeep. Definitiv einer der unglaublichsten Tage dieser Reise.
Es wurde dann langsam aber sicher kalt, denn wir sind ca. 3 Stunden ausschließlich Berg auf gefahren. Selbst die letzten Paragliding Spots lagen lange Zeit hinter uns. Wir kommen zu einem Abschnitt auf dem gerade eine Strasse entstehen soll, Dutzende Inder zerhauen mit bloßen Händen Steine, bei eisigen Temperaturen. Unser Winter-Equipment lässt natürlich auch zu wünschen übrig. Meine warmen Sachen für den kajak-trip sind eh schon eine Weile daheim. Wir drehen irgendwo bei 5000m um, da wir kurz vor der Wolkengrenze sind und im Schatten ein eisiger Wind durch unsere Hemden zieht. Even a Hellrider knows, when it's time to turn around.
Ab hier geht's nur noch down the Hill, wir fühlen uns sicher am zweiten Tag. Toby und Telf fahren leicht versetzt voneinander voraus, ich sehe sie in der Kurve der nächsten Serpentine. Telf zieht innen vorbei, in dem Moment rutscht Toby's Vorderrad weg. Er kommt kurz vor dem Abhang zum stehen. Wir ziehen das Motorrad, dass bereits zur Hälfte über der Klippe hängt auf die Piste. Benzin läuft ein wenig aus und die Lampe die eh nicht funktionierte ist etwas sehr lediert. Auch dem Hellrider gehts gut, eine kleine Blessur an der Hand und der Shock im Kopf waren zu erwarten. Wir erreichen Manali mit verschlammten Bikes und Balls of Steel.
Thursday, October 4, 2012
Great Himalaya
30.09.-01.09.
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, was der Stein des Anstoßes für Indien war? Die treuen Leser dieses Groschenromans werden sich vielleicht noch an Toby und Telf erinnern. Sie haben für eine Weile die Raggae-Bar auf Don Det (Laos, 4000 islands) vor der Theke geschmissen. Sie erzählten von ihrem Vorhaben nach Indien zu gehen. Wir haben uns bereits vor der Abreise in Don Det, auf ein Highfive in Crazy india verabredet. Sie waren bereits 14 Tage früher vor Ort, ihr weg führte von Mumbai Richtung Norden. Da Delhi flugtechnisch meine erste Wahl war, passte die Sache zusammen. Da wir uns in Delhi verpassten und der unglaubliche Norden um Himachal Pradesh vor dem richtigen Wintereinbruch jetzt noch passierbar ist, machten wir uns Manali als Treffpunkt aus. Am Sonntag Mittag sitzen wir in Delhi noch alle bei Tee und Keksen zusammen, bevor die Crew mich zur Metro bringt. Auf gut Glück suche ich die Central-Bus-Station auf, um heute noch irgendwie nach Manali zu gelangen. Bei Ankunft werde ich natürlich erstmal zu einem privaten Busunternehmen geleitet, die zwar komfortabler und schneller sind als die local Busse, jedoch auch mindestens doppelt so teuer. Ziemlich versteckt finde ich glücklicherweise den öffentlichen Busterminal und kaufe ein Ticket 40 Minuten vor Abfahrt. Beim Warten werde ich von einem professionellem Ohrreiniger angesprochen, ich lehne höflich ab. Aber was der bei einigen so raus holt ist beeindruckend ewww. Ich unterhalte mich links und rechts mit jungen Indern, dass Interesse Fremden gegenüber ist beeindruckend. Um 17 Uhr gehts los, auf der Fahrt unterhalte ich mich mit Akki, der gebürtig aus Manali stammt und in Delhi studiert. Um die Busfahrt mal kurz zusammen zu fassen, ich schlafe in den 18 Stunden nicht mehr als 6 Minuten zusammenhängend. Die Straßen schwanken zwischen harten Offraod-Pisten, ich bin zum ersten mal mit einem Bus aufgesetzt und Gebirgspfaden bei denen ich Kerzen gerade den Griff haltend auf meinem Sitz sitz, wo hingegen bei der übrigen Gesellschaft mit offenem Mund geschlafen wird. Der Busfahrer hängt hart am Gas und lässt meine Augenlieder gegen meine Augenbrauen knallen bei jedem Überholmanöver vor einer Haarnadelkurve. Ja, ich hatte zeitweise Angst, dass muss ich zugeben. Bei Sonnenaufgang lässt die Gebirgslandschaft in den Tiefen des Himalayas, die Müdigkeit vergessen. Was für ein Ritt!
Manali ist neben der Haschisch Produktion, bekannt für's Rafting, Skiing, Trekking, Paragliding und Fishing. Man kann über mehrere Tage Berge besteigen oder Mountainbike fahren oder einfach relaxen.
Ich habe den Namen des Guesthouses, es liegt in Old Manali, wo sich die Backpacker gerne zurück ziehen. Der Weg zum Purnima Guesthouse ist schon ein Trek für sich.. An der Rezeption lasse ich mir den als Pfand zurückgelassenen Passport zeigen. Ich finde sie noch schlafend vor, mit meinem klopfen verursache ich eine gewisse Hektik in dem Raum.. :) Erleichtert sehen sie mich vor der Tür stehen. Das Willkommen verläuft standesgemäß. Sie erzählen mir von einem Trek den sie mit einem Guide machen wollen, für sage und schreibe 700$. Die Sache erscheint Ihnen zum Glück auch etwas überzogen, deshalb vertrösten sie den Guide erstmal. Der junge Inder sieht einen berechtigten Zusammenhang zwischen meinem Erscheinen und dem geplatzten Deal, er mag mich jetzt nicht mehr so dolle. Ich schlage stattdessen vor ein paar Motorräder zu mieten und etwas auf eigene Faust zu unternehmen.
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, was der Stein des Anstoßes für Indien war? Die treuen Leser dieses Groschenromans werden sich vielleicht noch an Toby und Telf erinnern. Sie haben für eine Weile die Raggae-Bar auf Don Det (Laos, 4000 islands) vor der Theke geschmissen. Sie erzählten von ihrem Vorhaben nach Indien zu gehen. Wir haben uns bereits vor der Abreise in Don Det, auf ein Highfive in Crazy india verabredet. Sie waren bereits 14 Tage früher vor Ort, ihr weg führte von Mumbai Richtung Norden. Da Delhi flugtechnisch meine erste Wahl war, passte die Sache zusammen. Da wir uns in Delhi verpassten und der unglaubliche Norden um Himachal Pradesh vor dem richtigen Wintereinbruch jetzt noch passierbar ist, machten wir uns Manali als Treffpunkt aus. Am Sonntag Mittag sitzen wir in Delhi noch alle bei Tee und Keksen zusammen, bevor die Crew mich zur Metro bringt. Auf gut Glück suche ich die Central-Bus-Station auf, um heute noch irgendwie nach Manali zu gelangen. Bei Ankunft werde ich natürlich erstmal zu einem privaten Busunternehmen geleitet, die zwar komfortabler und schneller sind als die local Busse, jedoch auch mindestens doppelt so teuer. Ziemlich versteckt finde ich glücklicherweise den öffentlichen Busterminal und kaufe ein Ticket 40 Minuten vor Abfahrt. Beim Warten werde ich von einem professionellem Ohrreiniger angesprochen, ich lehne höflich ab. Aber was der bei einigen so raus holt ist beeindruckend ewww. Ich unterhalte mich links und rechts mit jungen Indern, dass Interesse Fremden gegenüber ist beeindruckend. Um 17 Uhr gehts los, auf der Fahrt unterhalte ich mich mit Akki, der gebürtig aus Manali stammt und in Delhi studiert. Um die Busfahrt mal kurz zusammen zu fassen, ich schlafe in den 18 Stunden nicht mehr als 6 Minuten zusammenhängend. Die Straßen schwanken zwischen harten Offraod-Pisten, ich bin zum ersten mal mit einem Bus aufgesetzt und Gebirgspfaden bei denen ich Kerzen gerade den Griff haltend auf meinem Sitz sitz, wo hingegen bei der übrigen Gesellschaft mit offenem Mund geschlafen wird. Der Busfahrer hängt hart am Gas und lässt meine Augenlieder gegen meine Augenbrauen knallen bei jedem Überholmanöver vor einer Haarnadelkurve. Ja, ich hatte zeitweise Angst, dass muss ich zugeben. Bei Sonnenaufgang lässt die Gebirgslandschaft in den Tiefen des Himalayas, die Müdigkeit vergessen. Was für ein Ritt!
Manali ist neben der Haschisch Produktion, bekannt für's Rafting, Skiing, Trekking, Paragliding und Fishing. Man kann über mehrere Tage Berge besteigen oder Mountainbike fahren oder einfach relaxen.
Ich habe den Namen des Guesthouses, es liegt in Old Manali, wo sich die Backpacker gerne zurück ziehen. Der Weg zum Purnima Guesthouse ist schon ein Trek für sich.. An der Rezeption lasse ich mir den als Pfand zurückgelassenen Passport zeigen. Ich finde sie noch schlafend vor, mit meinem klopfen verursache ich eine gewisse Hektik in dem Raum.. :) Erleichtert sehen sie mich vor der Tür stehen. Das Willkommen verläuft standesgemäß. Sie erzählen mir von einem Trek den sie mit einem Guide machen wollen, für sage und schreibe 700$. Die Sache erscheint Ihnen zum Glück auch etwas überzogen, deshalb vertrösten sie den Guide erstmal. Der junge Inder sieht einen berechtigten Zusammenhang zwischen meinem Erscheinen und dem geplatzten Deal, er mag mich jetzt nicht mehr so dolle. Ich schlage stattdessen vor ein paar Motorräder zu mieten und etwas auf eigene Faust zu unternehmen.
Monday, October 1, 2012
Delhi Spaziergang
27.09.-29.09.
Ich wache gegen 11 Uhr auf, die anderen 4 schlafen noch, da sie meist bis um 5Uhr Filme schauen. Nach einer Dusche bekomme ich Hunger, ein Steinwurf von hier ist ein kleines Restaurant in dem ich bereits 2-3 mal gegessen habe. Sie backen vor dem Restaurant frische roti, in dem Brot ist ein Hauch von Currypaste verstrichen. Dazu gibt es Reis und ein spicy Dahl mit Linsen, Erbsen, Tofu und frischen Zwiebeln. Ich genieße diese Mahlzeit und lasse das Treiben an der Kreuzung an mir vorbei ziehen. Gegenüber von mir sitzt eine kleine Gruppe einer Kapelle, die zuvor ein kleines Fest begleitet haben. Zur Zeit finden überall religiöse Zeremonien statt. Sie sind laut, verräuchert und rituell.
Plötzlich ein lauter Knall nicht unweit meines Tisches, ich zucke zusammen. Nur ein Reifenplatzer.. kein Terroranschlag ich esse entspannt weiter. Ein Inder fragt mich ob er sich sich zu mir gesellen darf, er spricht Französisch und fragt mich wie mit das essen gefällt, was ich hier mache und natürlich wo ich her komme. Ahhh Adolf Hitler, ein großartiger Mann bla bla... Das passiert einem auch in Südostasien ab und zu mal.. Ich versuche ihm zu erklären, was da so los war. Er bleibt davon unbeeindruckt, wir verabschieden einander, ich bezahle meine 35 Rs und ich mach mich auf den Weg zur Metro Station. Es ist in dem Teil der Stadt eher ein skytrain, hoch über der Straße schlängelt er sich durch New Delhi, ich klebe an der Scheibe und schau mir die Stadt an, mit fallen die vielen Schulen auf. Beim umdrehen bemerke ich, das mich gefühlt der halbe Zug anschaut. Die ungeschriebene Regel in den meisten Ländern wäre ja jetzt meinem Blick auszuweichen, wenn man schon beim gaffen ertappt wird. Weit gefehlt, es wird weiter interessiert gestarrt. Ich beginne zu Lächeln, um diese für mich komische Situation zu durchbrechen. Es wird freundlich zurück gelächelt, auch wenn man bei manchen das Gefühl hat, sie sehen einen Alien.
Ich steige nicht unweit der Old Train Station aus und möchte beim betreten der Straße am liebsten wieder umdrehen, doch ich stürze mich in das Gedränge. Auf dem weg zum red fort dem Indian war Memorial, gerate ich in ein Straßenfest, werde mit Pulver farblich angepasst und mit Süßigkeiten und Obst beschenkt. Es ist nicht schwer sich der Freundlichkeit und der guten Stimmung zu ergeben. Leicht mitgenommen erreiche ich schlussendlich mein Ziel und setzte mich in den Schatten. Durch meine bunte Erscheinung, werde ich schon nach Minuten von einem Inder angesprochen, Sekunden später ist die Anzahl schon fast zweistellig. Gulfam setzt sich neben mich, er ist gläubig, hat mehrere tausend Bücher gelesen und wir unterhalten uns einige zeit über uns, den Wandel Indiens, seinen Glauben und die Zukunft. Natürlich habe wir als atheisten an so manchen Ansätzen eine andere Auffassung. Doch auch diese gegenteilig Meinung nimmt er mit einer toleranten Gelassenheit. Gerade bei der affenfrage.. Nach einiger zeit mach ich mich wieder auf den, nun übertrieben überfüllten Heimweg. Ich drück mich mit 10 Bar in die klimatisierte Metro um schlussendlich unter die erholsame Dusche zu springen. Am Abend essen wir Reis, ein Kürbis Bohnen Dahl und Papad knusprig, hauch feine, in Öl ausgebackene Cracker.
Ich wache gegen 11 Uhr auf, die anderen 4 schlafen noch, da sie meist bis um 5Uhr Filme schauen. Nach einer Dusche bekomme ich Hunger, ein Steinwurf von hier ist ein kleines Restaurant in dem ich bereits 2-3 mal gegessen habe. Sie backen vor dem Restaurant frische roti, in dem Brot ist ein Hauch von Currypaste verstrichen. Dazu gibt es Reis und ein spicy Dahl mit Linsen, Erbsen, Tofu und frischen Zwiebeln. Ich genieße diese Mahlzeit und lasse das Treiben an der Kreuzung an mir vorbei ziehen. Gegenüber von mir sitzt eine kleine Gruppe einer Kapelle, die zuvor ein kleines Fest begleitet haben. Zur Zeit finden überall religiöse Zeremonien statt. Sie sind laut, verräuchert und rituell.
Plötzlich ein lauter Knall nicht unweit meines Tisches, ich zucke zusammen. Nur ein Reifenplatzer.. kein Terroranschlag ich esse entspannt weiter. Ein Inder fragt mich ob er sich sich zu mir gesellen darf, er spricht Französisch und fragt mich wie mit das essen gefällt, was ich hier mache und natürlich wo ich her komme. Ahhh Adolf Hitler, ein großartiger Mann bla bla... Das passiert einem auch in Südostasien ab und zu mal.. Ich versuche ihm zu erklären, was da so los war. Er bleibt davon unbeeindruckt, wir verabschieden einander, ich bezahle meine 35 Rs und ich mach mich auf den Weg zur Metro Station. Es ist in dem Teil der Stadt eher ein skytrain, hoch über der Straße schlängelt er sich durch New Delhi, ich klebe an der Scheibe und schau mir die Stadt an, mit fallen die vielen Schulen auf. Beim umdrehen bemerke ich, das mich gefühlt der halbe Zug anschaut. Die ungeschriebene Regel in den meisten Ländern wäre ja jetzt meinem Blick auszuweichen, wenn man schon beim gaffen ertappt wird. Weit gefehlt, es wird weiter interessiert gestarrt. Ich beginne zu Lächeln, um diese für mich komische Situation zu durchbrechen. Es wird freundlich zurück gelächelt, auch wenn man bei manchen das Gefühl hat, sie sehen einen Alien.
Ich steige nicht unweit der Old Train Station aus und möchte beim betreten der Straße am liebsten wieder umdrehen, doch ich stürze mich in das Gedränge. Auf dem weg zum red fort dem Indian war Memorial, gerate ich in ein Straßenfest, werde mit Pulver farblich angepasst und mit Süßigkeiten und Obst beschenkt. Es ist nicht schwer sich der Freundlichkeit und der guten Stimmung zu ergeben. Leicht mitgenommen erreiche ich schlussendlich mein Ziel und setzte mich in den Schatten. Durch meine bunte Erscheinung, werde ich schon nach Minuten von einem Inder angesprochen, Sekunden später ist die Anzahl schon fast zweistellig. Gulfam setzt sich neben mich, er ist gläubig, hat mehrere tausend Bücher gelesen und wir unterhalten uns einige zeit über uns, den Wandel Indiens, seinen Glauben und die Zukunft. Natürlich habe wir als atheisten an so manchen Ansätzen eine andere Auffassung. Doch auch diese gegenteilig Meinung nimmt er mit einer toleranten Gelassenheit. Gerade bei der affenfrage.. Nach einiger zeit mach ich mich wieder auf den, nun übertrieben überfüllten Heimweg. Ich drück mich mit 10 Bar in die klimatisierte Metro um schlussendlich unter die erholsame Dusche zu springen. Am Abend essen wir Reis, ein Kürbis Bohnen Dahl und Papad knusprig, hauch feine, in Öl ausgebackene Cracker.
Thursday, September 27, 2012
Chapter III: India?
24. - 26.09. Chapter III : India?
Heute läuft unser visum für Thailand aus, dass Problem ist, dass mein vor 6 Tagen beantragtes Visum für Indien noch nicht fertig ist und die Botschaft auch noch meinen Pass in den Händen hält. Da heute die Minimumbearbeitungszeit verstrichen ist, mach ich mich schon am frühen Montag Morgen auf den Weg zur Botschaft. Fehlanzeige: still in process.. Ich solle gegen 14 Uhr nochmal anrufen. Aber auch zu diesem Zeitpunkt gibt es keine positiven Neuigkeiten. Auf gut Glück mach ich mich kurz vor Ende der Geschäftszeit nochmal persönlich auf den weg, kann doch nicht so schwer sein.. Aufkleber, Stempel und ab dafür. Ich ziehe eine Nummer und denke mir schon Pläne für den worst Case aus. "am Telefon wurde mir gesagt ich kann ihn abholen.. , mein Flieger geht heute.. "Und so weiter haha Ich lese das Gesicht der Botschaftsangestellten beim eintippen meiner Referenznummer, ich kenne sie bereits von meinen vorherigen Besuchen und sie mich auch. Ein lächeln und ihr Blick zu den Boxen in denen die Umschlägen mit den Pässen liegen, lässt mich innerlich schon in die Luft springen. Nach kurzer Überprüfung halte ich meinen Pass mit einem 6- Monats Visum schlussendlich in der Hand. Doch viel Zeit zum freuen bleibt leider nicht, es ist bereits 17:00 Uhr, ich habe keinen Flug gebucht, meine Sachen sind noch bei mimi und der eine Tag "overstay" ist auch schon so gut wie sicher, da heute nichts mehr nach New Delhi fliegt. Zurück im Appartement sitzt Martin auch schon auf heißen Kohlen, sein Flug geht in wenigen Stunden. Die Reise nach Indien ist schnell gebucht, morgen um halb 12:30 geht's los. Da mich aber auch nichts mehr hält und ich immer noch die Strafzahlung für die Überziehung im Hinterkopf habe, machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum airport. Mein best travelmate kann bereits einchecken und das boarding ist auch nur noch Minuten entfernt. Ich verabschiede Martin nach einer einmaligen Reise. Es sind Begegnungen, Orte und das lösen von strangen Situationen, die diese Zeit für uns unvergesslich gemacht hat und es sind genau diese Erfahrungen die uns die nächsten, vermeintlich wichtigen Fragen mit einem anderen Selbstbewusstsein beantworten lassen. Martin go for it!
Am Flughafen ging alles ziemlich schnell, high five und abgedrückt. Es war keine zeit für Sentimentalitäten.. Beim schreiben dieser Zeilen sieht die Sache nun schon anders aus.. Schluchzzzz hehe.
Mein Flug geht in 10 Stunden, so lege ich mich gegen 2 uhr morgens zu den vielen anderen "Wartenden?" unter eine Rolltreppe, schlafe unruhig hier und dort mal einige Stunden. Ich irre noch ein wenig durch den riesigen Flughafen, mach ne Katzenwäsche, esse ein Croissant um dann schlussendlich auch einzuchecken. Es sind kaum westliche Reisende auf meinem Flug. Es gibt nichts zu essen und ich friere, dafür sitz ich aber auf Platz 1A, welch Ehre. Nach knapp 5 Stunden lande ich nicht nur in New Dehli sondern auch in einer anderen Welt. Es ist ein ähnliches Gefühl wie mein erste Tag in Asien. Doch den Unterschied kann ich mit einem Zitat von jemanden den wir in Thailand einmal getroffen haben gut veranschaulichen. "Südostasien? Da kannst du doch dein 6- jähriges Kind alleine auf reisen schicken" Das sieht hier definitiv schon anders aus..
Am Flughafen schwimme ich mit dem Strom ins Freie und lande erstmal im falschen Bus. Doch die Inder helfen mir mit einer beachtenswerten Fürsorge. Sie rufen meinen couchsurfing- Partner an und erklären mir den Weg zu ihm. Ich steige im Zentrum aus dem Bus und werde natürlich promt von einigen Indern angesprochen. "Wo willst du hin? Ich kann dir helfen! Ich will nichts verkaufen.. " eigentlich wollte nur zur Metro, doch mir wird erzählt dort kann man keine Tickets kaufen. Ist klar.. Mir ist's erstmal egal und ich lasse mich zu einer Touriinfo führen. Ohne Karte komm ich eh nicht weiter und die werd ich wohl dort ergattern können. Dem netten Info-Verkäufer mach ich gleich reinen Tisch.. Ich will keine sightseeing tour sondern nur eine Karte und eine Rikscha zum üblichen Inderpreis. Die Rikscha gibt ihren Geist nach wenigen Metern auf, somit mach ich mich eben zu Fuß weiter auf den Weg. Alles unter 4 km sind wir sonst auch fast immer gelaufen, wenn die zeit dafür da war. Man sieht außerdem wesentlich mehr und kann auch gern mal von der Route abweichen. Nach ca. einer Stunde erreiche ich meine neue Hood in New Delhi. In sehe unzählige Menschen, Staub, Gemüsestände, Betten auf der Straße, Lichterketten, Räucherstäbchen, Frauen die Blumenschmck herstellen, Kühe auf den Straßen und unzählige Augen die auf mich gerichtet sind. Alle sind freundlich, ohne Hilfe hätte ich diese Nacht wohl auch draussen, irgendwo im Stadtteil Karol bagh verbringen müssen. Ich biege in die Raigarpura ein, fast zehn Kinder helfen mir die Hausnummer zu finden. Selbst die ganz jungen sprechen ein exzellentes englisch. Es ist bereits dunkel als wir die Wohnung von Janggoulen finden, er wohnt dort mit seinem Bruder und auch seine Freunde sind da. Er ist 27. und angehender Anwalt, sein Bruder geht noch zur Highschool, einer der Freunde von ihm arbeitet bereits als Arzt. Wenn man die beiden und die Gegend so betrachtet wär ich nie auf hochausgebildete Akademiker gekommen. Mir gefällt's, denn um den politischen und historischen Background zu bekommen kann man sich keine besseren Gesprächspartner vorstellen. Sie kommen ursprünglich alle aus dem östlichsten Zipfel Indiens, unweit zur Grenze Myanmars. Aus diesem Grund sehen sie auch nicht aus wie ein typischer Inder, was die Sache auf der Straße ziemlich amüsant macht, da sie als nicht Hindi sprechender Tourist aus Südostasien abgestempelt werden. Am Abend sitzen wir zusammen auf dem Boden des Wohnzimmers essen Reis, Dhal und chicken, ohne Besteck versteht sich.
Wir gehen spät zu Bett. Ich träume von Mutti und Madlen, süß nicht? Ihr habt wahrscheinlich eh in dieser Nacht an mich gedacht: Ja, ich passe mich auf. :) Ist doch klar.
Am nächsten morgen öffne ich die Augen und frage mich wo Martin steckt, ich brauche bis zur Antwort fast 5 Sekunden haha. Als Janggoulen erwacht, erzählt er mir, dass ich im Traum gelacht habe. Das muss unheimlich für ihn gewesen sein.. Ich freue mich auf Indien mit all seiner Vielfalt und kann es kaum erwarten mich in den Zug, auf ein Fahrrad oder Moped zu schwingen. Die Reise wird wohl weiter in den Norden gehen. Um die Region Jammu und Kaschmir zu erreichen, muss zunächst der Himalaya über kleine Pässe überquert werden.
Heute läuft unser visum für Thailand aus, dass Problem ist, dass mein vor 6 Tagen beantragtes Visum für Indien noch nicht fertig ist und die Botschaft auch noch meinen Pass in den Händen hält. Da heute die Minimumbearbeitungszeit verstrichen ist, mach ich mich schon am frühen Montag Morgen auf den Weg zur Botschaft. Fehlanzeige: still in process.. Ich solle gegen 14 Uhr nochmal anrufen. Aber auch zu diesem Zeitpunkt gibt es keine positiven Neuigkeiten. Auf gut Glück mach ich mich kurz vor Ende der Geschäftszeit nochmal persönlich auf den weg, kann doch nicht so schwer sein.. Aufkleber, Stempel und ab dafür. Ich ziehe eine Nummer und denke mir schon Pläne für den worst Case aus. "am Telefon wurde mir gesagt ich kann ihn abholen.. , mein Flieger geht heute.. "Und so weiter haha Ich lese das Gesicht der Botschaftsangestellten beim eintippen meiner Referenznummer, ich kenne sie bereits von meinen vorherigen Besuchen und sie mich auch. Ein lächeln und ihr Blick zu den Boxen in denen die Umschlägen mit den Pässen liegen, lässt mich innerlich schon in die Luft springen. Nach kurzer Überprüfung halte ich meinen Pass mit einem 6- Monats Visum schlussendlich in der Hand. Doch viel Zeit zum freuen bleibt leider nicht, es ist bereits 17:00 Uhr, ich habe keinen Flug gebucht, meine Sachen sind noch bei mimi und der eine Tag "overstay" ist auch schon so gut wie sicher, da heute nichts mehr nach New Delhi fliegt. Zurück im Appartement sitzt Martin auch schon auf heißen Kohlen, sein Flug geht in wenigen Stunden. Die Reise nach Indien ist schnell gebucht, morgen um halb 12:30 geht's los. Da mich aber auch nichts mehr hält und ich immer noch die Strafzahlung für die Überziehung im Hinterkopf habe, machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum airport. Mein best travelmate kann bereits einchecken und das boarding ist auch nur noch Minuten entfernt. Ich verabschiede Martin nach einer einmaligen Reise. Es sind Begegnungen, Orte und das lösen von strangen Situationen, die diese Zeit für uns unvergesslich gemacht hat und es sind genau diese Erfahrungen die uns die nächsten, vermeintlich wichtigen Fragen mit einem anderen Selbstbewusstsein beantworten lassen. Martin go for it!
Am Flughafen ging alles ziemlich schnell, high five und abgedrückt. Es war keine zeit für Sentimentalitäten.. Beim schreiben dieser Zeilen sieht die Sache nun schon anders aus.. Schluchzzzz hehe.
Mein Flug geht in 10 Stunden, so lege ich mich gegen 2 uhr morgens zu den vielen anderen "Wartenden?" unter eine Rolltreppe, schlafe unruhig hier und dort mal einige Stunden. Ich irre noch ein wenig durch den riesigen Flughafen, mach ne Katzenwäsche, esse ein Croissant um dann schlussendlich auch einzuchecken. Es sind kaum westliche Reisende auf meinem Flug. Es gibt nichts zu essen und ich friere, dafür sitz ich aber auf Platz 1A, welch Ehre. Nach knapp 5 Stunden lande ich nicht nur in New Dehli sondern auch in einer anderen Welt. Es ist ein ähnliches Gefühl wie mein erste Tag in Asien. Doch den Unterschied kann ich mit einem Zitat von jemanden den wir in Thailand einmal getroffen haben gut veranschaulichen. "Südostasien? Da kannst du doch dein 6- jähriges Kind alleine auf reisen schicken" Das sieht hier definitiv schon anders aus..
Am Flughafen schwimme ich mit dem Strom ins Freie und lande erstmal im falschen Bus. Doch die Inder helfen mir mit einer beachtenswerten Fürsorge. Sie rufen meinen couchsurfing- Partner an und erklären mir den Weg zu ihm. Ich steige im Zentrum aus dem Bus und werde natürlich promt von einigen Indern angesprochen. "Wo willst du hin? Ich kann dir helfen! Ich will nichts verkaufen.. " eigentlich wollte nur zur Metro, doch mir wird erzählt dort kann man keine Tickets kaufen. Ist klar.. Mir ist's erstmal egal und ich lasse mich zu einer Touriinfo führen. Ohne Karte komm ich eh nicht weiter und die werd ich wohl dort ergattern können. Dem netten Info-Verkäufer mach ich gleich reinen Tisch.. Ich will keine sightseeing tour sondern nur eine Karte und eine Rikscha zum üblichen Inderpreis. Die Rikscha gibt ihren Geist nach wenigen Metern auf, somit mach ich mich eben zu Fuß weiter auf den Weg. Alles unter 4 km sind wir sonst auch fast immer gelaufen, wenn die zeit dafür da war. Man sieht außerdem wesentlich mehr und kann auch gern mal von der Route abweichen. Nach ca. einer Stunde erreiche ich meine neue Hood in New Delhi. In sehe unzählige Menschen, Staub, Gemüsestände, Betten auf der Straße, Lichterketten, Räucherstäbchen, Frauen die Blumenschmck herstellen, Kühe auf den Straßen und unzählige Augen die auf mich gerichtet sind. Alle sind freundlich, ohne Hilfe hätte ich diese Nacht wohl auch draussen, irgendwo im Stadtteil Karol bagh verbringen müssen. Ich biege in die Raigarpura ein, fast zehn Kinder helfen mir die Hausnummer zu finden. Selbst die ganz jungen sprechen ein exzellentes englisch. Es ist bereits dunkel als wir die Wohnung von Janggoulen finden, er wohnt dort mit seinem Bruder und auch seine Freunde sind da. Er ist 27. und angehender Anwalt, sein Bruder geht noch zur Highschool, einer der Freunde von ihm arbeitet bereits als Arzt. Wenn man die beiden und die Gegend so betrachtet wär ich nie auf hochausgebildete Akademiker gekommen. Mir gefällt's, denn um den politischen und historischen Background zu bekommen kann man sich keine besseren Gesprächspartner vorstellen. Sie kommen ursprünglich alle aus dem östlichsten Zipfel Indiens, unweit zur Grenze Myanmars. Aus diesem Grund sehen sie auch nicht aus wie ein typischer Inder, was die Sache auf der Straße ziemlich amüsant macht, da sie als nicht Hindi sprechender Tourist aus Südostasien abgestempelt werden. Am Abend sitzen wir zusammen auf dem Boden des Wohnzimmers essen Reis, Dhal und chicken, ohne Besteck versteht sich.
Wir gehen spät zu Bett. Ich träume von Mutti und Madlen, süß nicht? Ihr habt wahrscheinlich eh in dieser Nacht an mich gedacht: Ja, ich passe mich auf. :) Ist doch klar.
Am nächsten morgen öffne ich die Augen und frage mich wo Martin steckt, ich brauche bis zur Antwort fast 5 Sekunden haha. Als Janggoulen erwacht, erzählt er mir, dass ich im Traum gelacht habe. Das muss unheimlich für ihn gewesen sein.. Ich freue mich auf Indien mit all seiner Vielfalt und kann es kaum erwarten mich in den Zug, auf ein Fahrrad oder Moped zu schwingen. Die Reise wird wohl weiter in den Norden gehen. Um die Region Jammu und Kaschmir zu erreichen, muss zunächst der Himalaya über kleine Pässe überquert werden.
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